Wo sind die Jobs?
Eine Studie von Campus Career Network untersucht jährlich wie die in Deutschland ansässigen, großen und mittelständischen Unternehmen aktuell Studenten und Absolventen rekrutieren. Aus der täglichen Praxis von Campus Career Network und den Ergebnissen der ursprünglich für die Unternehmen gedachten Studie lassen sich entsprechend interessante Aspekte für Studienabgänger ableiten.
118 Unternehmen mit zusammen rund 1.000.000 Mitarbeitern allein in Deutschland haben umfassend Auskunft darüber gegeben, wie sie ihren Personalbedarf an Akademikern decken. Detailliert wurde u.a. danach gefragt, über welche Medien Studierende und Absolventen angesprochen werden und welche Bewerbungsformen akzeptiert werden.
Wo werden Jobs "gehandelt"?
In einem ersten Schritt wurden alle für die Umfrage relevanten Rekrutierungsinstrumente der Firmen (für Studenten und Absolventen gleichermaßen) untersucht. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht mit entsprechenden Empfehlungen und Hinweisen zum Vorgehen.
Praktisch jedes Unternehmen nutzt inzwischen Internetstellenanzeigen in Jobbörsen (98 %) und der eigenen Homepage (97 %), dicht gefolgt von Anzeigen in Printmedien(93 %) und der Vergabe von Praktika (91 %). Aus diesen Vergleichszahlen kann man rückschließen, dass das Medium Internet ein ideales Umfeld zur Stellensuche darstellt. Deutsche und europäische Onlinestellenbörsen bieten permanent Stellenangebote und Unternehmensprofile für die meisten Studiengänge an. Hierbei ist es sehr praktisch und zeitsparend, wenn man über Suchabfragen, z. B. nach dem eigenen Fachbereich, die Unternehmen ausfindig macht, die entsprechende Fachabteilungen besitzen. Einige der Börsen bieten außerdem die Möglichkeit durch hinterlegen eines Online-Lebenslaufs permanent über aktuelle Angebote informiert zu werden. Teilweise sind die Profile auch für die Firmen einsehbar, wodurch sich die Bewerbungssituation quasi umkehrt. Das Unternehmen kontaktiert Sie, den Bewerber. Allerdings steigen Ihre Chancen "gefunden zu werden" stark an, wenn Sie das Profil auch vollständig ausfüllen. Von dem anschließenden Versenden einer postalischen oder digitalen Bewerbungsmappe befreit das zwar nicht, es kann jedoch ein erster wichtiger "Türöffner" sein.
Der Besuch von Bewerbermessen und Karrieretagen gehört fürakademische Berufseinsteiger ebenfalls zum Pflichtprogramm. Rund 82% der Firmen stellen auf Hochschulinternen und noch immerhin 63% auf den großen kommerziellen Messen aus und zeigen damit einen hohen Bezug zur Hochschule und den Abgängern. Wer mit gepflegter Kleidung und einer kleinen Anzahl gut aufbereiteter Bewerbungsmappen die Stände besucht, wird sicherlich interessante Gespräche führen. Natürlich ist auch der Gang zu den "schwarzen Brettern" die Mühe wert. 78 % der Unternehmen arbeiten parallel zu den sonstigen Medien auch mit Stellenaushängen.
Unternehmenspräsentationen und Fachvorträge werden von ebenfalls 78% der Unternehmen angeboten und dienen nicht zuletzt dem Zweck, Studierende auf das Unternehmen aufmerksam zu machen. Warum sprechen Sie den Referenten nicht auf mögliche Einstiegschancen an?
Wie bewirbt man sich?
Eine der grundlegenden Fragen, die sich ein Absolvent für seine Bewerbung stellen muss, ist die nach der Bewerbungsform. Leider kann diese Frage nicht immer schnell und schon gar nicht allgemeingültig beantwortet werden. Von Unternehmen zu Unternehmen unterscheiden sich die "idealen Bewerbungen", und natürlich kommt es auch auf den Inhalt und nicht nur die Form an. Eine aktuelle Momentaufnahme des Bewerbungseingangs bei den Firmen zeigt ein Spannungsfeld zwischen individueller Präsentation der Bewerbung und der möglichst automatisierten Personalarbeit großer Betriebe mittels Datenbanken und standardisierten Formularen auf.
Die vier folgenden Bewerbungsarten wurden durch die Unternehmen benannt und jeweils bewertet, welche Formen aktuell akzeptiert / möglich sind und wie sich der Bewerbungseingang entwickelt.
- Papierbewerbungen per Post sind rückläufig, jedoch nimmt jedes Unternehmen diese entgegen. Rund 71% halten diese für sehr gut geeignet.
- E-Mail-Bewerbungen nehmen sehr stark zu. Entsprechend nimmt inzwischen jedes für Akademiker attraktive Unternehmen diese Bewerbungen an und 66% empfinden diese als sehr gut geeignet.
- Bewerbungen über ein firmeneigenes Online-Bewerbungstool, z.B. über die Firmen-Website, nehmen stark zu. 72% der befragten Unternehmen verfügen bereits über ein solches System.
- Bewerbungen über Online-Bewerbungstools von z. B. Online-Stellenbörsen sind zunehmend. 59% der Firmen erhalten Bewerbungen auch über diesen Weg.
Wie zu sehen ist, ist auf dieser Basis keine generell gültige Empfehlung möglich, jedoch sollte man die Bewerbung so persönlich wie möglich, aber auch gleichzeitig so standardisiert wie nötig zu gestalten. Nutzen Sie also, sofern angeboten, die Onlinebewerbungstools der Unternehmensseiten. Das beschleunigt in der Regel die Bewerbung. Sollte dies nicht angeboten werden oder nach Ihrer Meinung nicht der Stelle angemessen sein, müssen Sie sich zwischen E-Mail- und postalischer Bewerbung entscheiden.
Weitere Tipps zu Bewerbung, Gehaltsverhandlung, Arbeitszeugnissen und "den ersten Tagen im neuen Job", finden sie unter:
Allgemeine Tipps zur Online-Bewerbung
